Messkonzepte

Messkonzepte und Abrechnungshinweise für Anlagen nach EEG und KWK-G

Eine Förderung von eingespeistem oder erzeugtem Strom aus Anlagen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) bzw. dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G) erfordert geeignete Messkonzepte. Grundsätzlich hat der Anlagenbetreiber ein zu realisierendes Messkonzept auszuwählen. Die Bocholter Energie- und Wasserversorgung GmbH (BEW) als zuständiger Netzbetreiber in Bocholt stellt den Anlagenbetreibern eine Reihe von Standard-Messkonzepten zur Verfügung. Grundlage dieser Messkonzepte sind die gesetzlichen Vorgaben des EEG und des KWK-G. Sollte ein abweichendes Messkonzept vom Anlagenbetreiber gewünscht sein, setzen Sie sich bitte frühzeitig mit der BEW in Verbindung. Zum einen sind die Vergütungen abhängig von der Art der Erzeugungsanlagen (bspw. Photovoltaik oder KWK-Anlagen), zum anderen aber auch von der Art der Einspeisung (mit und ohne Selbstverbrauch oder kaufmännisch-bilanzielle-Weitergabe) sowie der Größe der Anlage und dem Zeitpunkt der Anlageninbetriebnahme.

Des Weiteren können die Messkonzepte durch die folgenden Aspekte beeinflusst werden:

  • Integration einer Erzeugungsanlage in eine bestehende Verbrauchsanlage,
  • Integration mehrerer Erzeugungsanlagen mit unterschiedlichen Energieträgern,
  • Integration mehrerer Erzeugungsanlagen mit unterschiedlichen Zeitpunkt der Anlageninbetriebnahme sowie
  • Wechsel der Netzebene.

Änderungen von Messkonzepten

Änderungen von Messkonzepten sind der BEW vier Wochen vor Monatsende zu melden. Nur so können Änderungen bei der Umstellung der Abschlagszahlung berücksichtigt werden. Rückwirkende Änderungen von Messkonzepten sind nicht möglich. Zudem muss beachtet werden, dass Wechsel von Messkonzepten unter Umständen mit Umbauten an den Messeinrichtungen (= Stromzählern) verbunden sein können. Neue Messkonzepte sind daher unbedingt mit der BEW abzustimmen.

Messkonzepte

Messkonzept 1 "Volleinspeisung"

Beim Messkonzept 1 handelt es sich um die Volleinspeisung der erzeugten elektrischen Energie.

Anwendungsbeispiele für die Volleinspeisung sind

  • PV-Freiflächenanlagen oder
  • Windkraftanlagen.

Gemessen wird die bezogene als auch gelieferte elektrische Energie.

Messkonzept 2 "Volleinspeisung mit Erzeugungsmessung"

Beim Messkonzept 2 handelt es sich um die Volleinspeisung der erzeugten elektrischen Energie mit Erzeugungsmessung.

Anwendungsbeispiele sind

  • Windparks oder
  • PV-Anlagen mit gleicher Begrenzung der vergütungsfähigen Strommenge nach Marktintegrationsmodell.

Voraussetzungen für dieses Messkonzept sind, dass der gleiche Energieträger und nur EEG-Anlagen ohne Zonung nach Bemessungsleistung vorliegen. Gemessen wird die bezogene als auch gelieferte elektrische Energie

Messkonzept 3 "Überschusseinspeisung"

Beim Messkonzept 3 handelt es sich um die Überschusseinspeisung der erzeugten elektrischen Energie.

Anwendungsbeispiele für die Überschusseinspeisung sind

  • die KWK-Einspeisung mit gesetzlichem Zuschlage oder
  • der Zähler Z2 wird bei PV-Anlagen > 7,69 kWp und sonstigen EEG-Anlagen > 0 kW zur Ermittlung der EEG umlagepflichtigen Eigenversorgungsmengen benötigt.

Gemessen wird durch den Zähler Z1 die bezogene als auch gelieferte Energie. Der Zähler Z2 misst die gelieferte elektrische Energie und hat eine Rücklaufsperre.

Messkonzept 4 "Einspeisung mit Erzeugungsmessung"

Beim Messkonzept 4 handelt es sich um die Einspeisung der erzeugten elektrischen Energie mit Erzeugungsmessung.

Anwendungsbeispiele für die Einspeisung mit Erzeugungsmessung sind

  • Anlagen in kaufmännisch-bilanzieller Weitergabe nach EEG oder
  • PV-Anlagen mit gleicher Begrenzung der vergütungsfähigen Strommenge nach dem Marktintegrationsmodell.

Voraussetzungen für dieses Messkonzept sind, dass der gleiche Energieträger und nur EEG-Anlagen ohne Zonung nach Bemessungsleistung vorliegen. Gemessen wird durch den Zähler Z1 die bezogene als auch gelieferte Energie. Der Zähler Z2 misst die gelieferte elektrische Energie und hat eine Rücklaufsperre.

 

Messkonzept 5 "Einspeisung mit getrennter Erzeugungsmessung"

Beim Messkonzept 5 handelt es sich um die Einspeisung der erzeugten elektrischen Energie mit getrennter Erzeugungsmessung.

Anwendungsbeispiele für die Einspeisung mit getrennter Erzeugungsmessung sind

  • EEG-Überschusseinspeisung von Anlagen mit Zonung nach Bemessungsleistung,KWK-Anlagen mit gesetzlichem Zuschlag auf die Gesamterzeugung
  • oderPV-Anlagen mit gleicher Begrenzung der vergütungsfähigen Strommenge nach dem Marktintegrationsmodell.

Voraussetzung für dieses Messkonzept ist, dass der gleiche Energieträger vorliegt. Gemessen wird durch den Zähler Z1 die bezogene als auch gelieferte Energie. Die Zähler Z2 und Z3 messen die gelieferte elektrische Energie und haben eine Rücklaufsperre.

Messkonzept 6 "Kaskadenschaltung"

Beim Messkonzept 6 handelt es sich um die Einspeisung mit Kaskadenschaltung.

Anwendungsbeispiele für die Einspeisung mit Kaskadenschaltung sind

  • Kombination von EEG- und KWK-Einspeisung,
  • Kombination EEG-Einspeisung mit unterschiedlichen Energieträgern (beispielsweise Kleinwindanlagen und PV-Anlage) oder
  • PV-Anlagen mit unterschiedlicher Begrenzung der vergütungsfähigen Strommenge nach dem Marktintegrationsmodell. Voraussetzung für dieses Messkonzept ist, dass beide Anlagen in Selbstverbrauch betrieben werden, sodass EA2 bei PV und Wasserkraft auf 30 KW und bei einer BHKW-Anlage auf 50 KW begrenzt wird.

Gemessen wird durch den Zähler Z1 die bezogene als auch gelieferte Energie. Die Zähler Z2, Z3 und Z4 messen die gelieferte elektrische Energie und haben eine Rücklaufsperre.