Unkrautbekämpfung ohne Chemie

Derzeit betreiben die Landwirte Bestandspflege auf ihren noch jungen Maisfeldern. Dazu gehört auch die Unkrautbekämpfung. Die Mitgliedsunternehmen der Bocholter Wasserkooperation Landwirtschaft - Wasserwirtschaft sind bestrebt, dabei ohne Chemie auszukommen.

Zum Einsatz kommt statt der Feldspritze daher eine sogenannte Maishacke. Das ist ein maschinelles Hackgerät. Es wird an den Traktor angekoppelt. Die Gänsefuß-Hackscharen des Gerätes ziehen das Unkraut zwischen den Pflanzreihen heraus. Es bleibt auf dem Feld liegen und vertrocknet. Dank der Maishacke kann der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln insgesamt deutlich verringert werden.

Damit sich kein neues Unkraut bildet, kann beim Jäten mit der Maishacke gleichzeitig eine Untersaat in dem Mais ausgebracht werden. Die Untersaat besteht aus Gräsern. Sie kommt aus dünnen Schläuchen, die oberhalb der Hackscharen befestigt sind. Eine Maschine presst sie mittels Druckluft aus einem Behälter in das aufgelockerte Erdreich und sorgt so für optimale Keimbedingungen.

Die Gräser verdrängen die Unkräuter zwischen den Pflanzreihen und führen nach der Maisernte schnell wieder zu einer Begrünung der Flächen. Das kommt der Tierwelt zugute. Die Untersaat schützt aber auch vor Erosion und bindet im Herbst den übrig gebliebenen Stickstoff aus der Zufuhr von Pflanzennährstoffen durch Düngung. Vor allem die Stickstoffbindung ist der BEW wichtig, denn ungebundener Stickstoff sorgt bekanntlich für Nitrat im Grundwasser.

Der Grenzwert für Nitrat liegt bei 50 Milligramm je Liter (mg/l). Davon ist das Trinkwasser der BEW mit nur 10 mg/l weit entfernt. Das war nicht immer so. Anfang der 1990er Jahre schlossen daher die Bocholter Landwirte, die Landwirtschaftskammer in Borken und die BEW einen Kooperationsvertrag mit dem Ziel ab, die Nitratbelastung in den Einzugsgebieten der Bocholter Wasserwerke zu verringern. Die mechanische Unkrautbekämpfung ist eine von zahlreichen Maßnahmen, die in Bocholt zum Erfolg führten.

Kundenportal & Bonuswelt
X