LEDs sorgen für effizientere Straßenbeleuchtung

Wer derzeit im Dezember frühmorgens zur Schule oder zur Arbeit fährt oder abends von der Arbeit kommt, den begleitet das Licht der Straßenbeleuchtung. Es strahlt aus herkömmlichen Gasentladungslampen und hin und wieder auch aus einer Straßenlaterne mit LED-Beleuchtung. Das Kürzel LED steht für Light Emitting Diode, zu Deutsch Leuchtdiode. Von den etwa 10.000 öffentlichen Lichtpunkten in Bocholt sind gegenwärtig über 600 mit diesen Leuchten ausgestattet. "Demnächst kommen rund 700 dazu", kündigt Günter Iding von der Bocholter Energie- und Wasserversorgung (BEW) an. Er ist bei der BEW für die Planung der Straßenbeleuchtung zuständig.

Viele Vorteile

LED-Leuchten sparen nicht nur Energie, sondern haben auch kaum Streuverluste. Gasentladungslampen leuchten dagegen in alle Richtungen. Trotz Reflektoren geht dabei ein Teil als Streulicht verloren. Es trägt zu unnötigen Lichtimmissionen, dem so genannten Lichtsmog, bei. Demgegenüber haben LEDs den Vorteil, punktgenau zu strahlen. Außerdem lassen sie sich beliebig oft und schnell hoch- und runterdimmen, ohne dass sich das auf das Leuchtmittel als solches ungünstig auswirkt. Von Nachteil sind dagegen die geringere Lebensdauer des LED-Systems und die höheren Reparaturkosten. Dennoch wird die BEW bis zum Frühjahr des nächsten Jahres rund 700 alte Leuchten durch neue mit LED-Technik ersetzen.

Um die Nachteile auszugleichen, kommt dem Versorger das Bundesumweltministerium finanziell entgegen. Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (siehe Info des BMU unten) fördert es solche Projekte, die dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken (www.ptj.de/klimaschutzinitiativekommunen). Für Kommunen und kommunale Unternehmen ist das zum Beispiel die Sanierung der Straßenbeleuchtung. "Dabei reicht es nicht aus, nur das Leuchtmittel auszutauschen", erklärt Günter Iding. "Unterstützt wird nämlich nur der Einbau von kompletter hocheffizienter LED-Beleuchtungstechnik. Dazu zählen neben dem Leuchtmittel ebenso das vollständige Leuchtensystem sowie die Abdeckung. Zudem muss jede neue Leuchte mindestens 70 Prozent CO2 einsparen."

Strom sparen, CO2 verringern

Die BEW installiert die 700 LED-Leuchten selbst. Sie werden überall dort eingebaut, wo die alte Beleuchtung erneuert werden soll. Das ist auf einer Straßenlänge von insgesamt 23 Kilometern der Fall. Das Straßenbeleuchtungsnetz der BEW hat aktuell eine Kabellänge von etwa 450 Kilometern. Der jährliche Stromverbrauch liegt bei rund 2,7 Millionen Kilowattstunden (kWh). Rechnerisch fallen für die Erzeugung dieser Menge ungefähr 726 Tonnen CO2 an.

Durch die neue LED-Beleuchtung wird der CO2-Ausstoß erheblich verringert, und zwar um zirka 104 Tonnen im Jahr, wie das Bundesumweltministerium ermittelte. Das liegt vor allem an der zukünftigen Stromersparnis von rund 180.000 kWh im Jahr. Die Projektkosten liegen bei etwas über 350.000 Euro. Davon übernimmt der Bund annähernd 50.000 Euro. Das Projekt der BEW wird beim Bundesumweltministerium unter dem Förderkennzeichen 03K033324 gelistet. Der Titel lautet "KSI: Sanierung der Straßenbeleuchtung in Bocholt". Für 2018 plant die BEW für die Umrüstung auf LED Kosten in gleicher Höhe. Das Unternehmen setzt darauf, wiederum eine Förderung vom Bundesumweltministerium zu erhalten.

Ausblick

Mit Blick auf die Zukunft zeichnen sich für Günter Iding gleich mehrere Trends ab: "Die LED-Technik ist dabei, die Straßenbeleuchtung grundlegend zu verändern. Gasentladungslampen sind dem Untergang geweiht. Sie werden in 20 Jahren komplett aus der Straßenbeleuchtung verschwunden sein. Bei LED-Leuchten ist die Entwicklung dagegen noch längst nicht abgeschlossen, denn Energiesparen und CO2-Verringerung werden auf längere Sicht nicht die einzigen Ziele der LED-Straßenbeleuchtung sein. Es wird auch darum gehen, zu viel Licht zu vermeiden, damit die Finsternis und damit ganze Ökosysteme nicht zunehmend zerstört werden."

Nationale Klimaschutzinitiative

"Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen." (Text: Bundesumweltministerium)